strako.net — Überblick
Wenn du heute eine E-Mail-Adresse oder einen Cloudspeicher willst, wirst du Kunde bei einem
Konzern, einem kleineren Anbieter, irgendeinem Unternehmen, das jemandem gehört, der Geld damit
verdienen will.
Bei strako.net entstehen Online-Dienste auf einem anderen Weg. Sie wachsen aus dem Bedarf der
Menschen, die sie später nutzen, werden gemeinschaftlich finanziert und bleiben dauerhaft im
Besitz ihrer Mitglieder.
Heute laufen hier Mail und Cloud. Weitere Dienste folgen, wenn der Bedarf da ist.
Was diese Seite beschreibt, ist der Zielzustand — das Modell, auf das strako.net hinarbeitet.
Manches davon ist heute schon da, anderes wird Stück für Stück aufgebaut. Der Entwicklungsplan
macht sichtbar, woran wann gearbeitet wird.
Vier Prinzipien
Was strako.net von gewöhnlichen Anbietern unterscheidet, lässt sich auf vier Grundsätze zurückführen, die alle gleichzeitig gelten.
Bedarfsorientierung
Dienste entstehen hier, weil Menschen sie brauchen. Bevor irgendetwas gebaut wird, wird der Bedarf sichtbar gemacht — und bevor ein Dienst startet, ist klar, dass er auch genutzt wird. Niemand spekuliert darauf, dass sich schon ein Markt finden wird.
Transparenz
Alle wichtigen Vorgänge sind offen einsehbar. Was ein Dienst kostet, woher das Geld kommt, wer welche Entscheidung getroffen hat. Demokratische Mitbestimmung funktioniert nur, wenn die Beteiligten sehen können, worüber sie eigentlich entscheiden.
Demokratische Entscheidung
Über die Verwendung der Fördermittel, über die Entwicklung neuer Dienste, über grundsätzliche Fragen entscheiden die Mitglieder gemeinsam. Niemand kann über die Köpfe der Gemeinschaft hinweg etwas durchsetzen — auch der Vorstand des Vereins nicht.
Kollektiver Besitz
Die Dienste gehören dauerhaft dem Verein und damit seinen Mitgliedern. Sie können nicht verkauft, übernommen oder einem fremden Interesse unterworfen werden. Aus diesem Grundsatz folgt vieles weitere: keine Investoren, keine Werbung, kein Datenhandel.
Wie ein Dienst entsteht
Jeder Dienst auf strako.net durchläuft drei Phasen — vom ersten geäußerten Wunsch bis zum laufenden Betrieb. Der Weg ist offen und wird gemeinsam gegangen, von Nutzern, Mitgliedern und dem Team, das die Dienste entwickelt.
Wunsch
Am Anfang steht ein Mensch, der sagt: das fehlt mir. In der Wunschbox auf strako.net wird sichtbar, was sich Menschen wünschen — sei es ein ganz neuer Dienst oder ein zusätzliches Feature in einem bestehenden. Andere können ein „Will ich auch" geben, mitdenken, ihren eigenen Wunsch hinzufügen. So zeichnet sich ab, wofür der Wunsch wirklich da ist und für wen er wichtig genug ist, um etwas zu bewegen.
Entwicklung
Wenn ein Wunsch so weit gereift ist, dass sich an ihm arbeiten lässt, formt das Entwicklerteam daraus ein Projekt. Die Mitglieder entscheiden gemeinsam, welche Projekte als nächstes umgesetzt werden. Anschließend beginnt die Arbeit — öffentlich, im Dialog mit den künftigen Nutzern. Es wird nicht nur programmiert, sondern auch durchgerechnet: Wie viele Nutzer braucht der Dienst, um sich später zu tragen, und zu welchem Preis? In der Bedarfsbörse geben Interessierte ihre Schmerzgrenze an, und es zeigt sich, ob und zu welchem Preis der Dienst tragfähig ist.
Betrieb
Live geht ein Dienst erst, wenn genug Menschen verbindlich zugesagt haben, ihn zu nutzen. Vorher nicht. So bleibt strako.net davor verschont, Dienste zu betreiben, die niemand wirklich gewollt hat. Der laufende Betrieb finanziert sich aus den Beiträgen der Nutzer und trägt sich selbst. Weitere Funktionen entstehen wieder über Wünsche und Projekte — der Kreis schließt sich.
Wer macht was
Drei Gruppen tragen strako.net gemeinsam. Eine Person kann mehrere Rollen gleichzeitig haben.
Nutzer
Wer einen Account auf strako.net hat, ist Nutzer. Nutzer buchen Dienste, bringen Wünsche in die Wunschbox ein und wirken an der Entwicklung neuer Dienste mit. Nutzer zu sein setzt keine Vereinsmitgliedschaft voraus.
Mitglieder
Mitglieder sind Mitglieder im Verein straKo digital e.V. Sie entscheiden demokratisch über die Vergabe der Fördermittel und gestalten die Plattform mit. Außerdem bekommen sie Schulung und Begleitung durch den Verein — bei Fragen zu den Diensten, bei Themen rund um digitale Souveränität. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei fünf Euro im Monat und ist der Preis für Mitsprache und Begleitung, kein Rabatt auf die Dienste.
Team
Ein festes Team aus Entwicklern und Admins entwickelt und betreibt die Dienste, um Verlässlichkeit zu haben. Sowohl gegenüber den Beschäftigten, die eine sichere Arbeit haben sollen, als auch gegenüber den Nutzern, die einen dauerhaften Betrieb erwarten.
Drei Töpfe, klar getrennt
Wer strako.net verstehen will, muss verstehen, wie das Geld fließt. Es gibt drei voneinander getrennte Geldströme, und jeder hat seine eigene Aufgabe.
Mitgliedsbeiträge finanzieren den Verein — die Vereinsorganisation, die Begleitung der Mitglieder, die Schulung. Mitgliedsbeiträge tragen nicht strako.net direkt, sondern den Verein, der die Plattform begleitet und die demokratische Steuerung über die Mittel ermöglicht.
Zuwendungen in den Fördertopf finanzieren die Entwicklung neuer Dienste. Über die Verwendung dieser Mittel entscheiden ausschließlich die Mitglieder, in demokratischen Abstimmungen. Zuwendungen sind freiwillig und werden ausschließlich für die Entwicklung verwendet — nicht für den laufenden Betrieb, nicht für die Vereinsorganisation.
Nutzerbeiträge finanzieren den laufenden Betrieb der Dienste. Jeder Dienst trägt sich selbst, aus den Beiträgen seiner Nutzer. Nicht aus Zuwendungen, nicht aus Mitgliedsbeiträgen.
Eine wichtige Folge dieser Trennung: Es gibt einen Preis pro Dienst, der für alle gleich ist. Mitglieder zahlen nicht weniger als Nicht-Mitglieder. Mitgliedschaft hat ihren Wert, aber nicht in Form eines Rabatts — sondern in Form von Mitsprache und Begleitung.
Eine ausführliche Erklärung des Finanzierungsmodells — was Mitgliedsbeitrag, Nutzungsgebühr und Zuwendung in den Fördertopf jeweils bedeuten — steht auf der Seite Finanzierung.
Was es heute gibt
Mail
Eigene E-Mail-Postfächer mit Kalender und Kontakten unter @strakomail.de. Werbefrei, ohne Datenhandel, mit eingebautem Spam- und Virenschutz.
Cloud
Dateien speichern, teilen, gemeinsam an Dokumenten arbeiten. Eine vollständige Cloud, betrieben auf eigener Infrastruktur.
Weitere Dienste entstehen über die Wunschbox, sobald sie gebraucht werden.
Mitmachen
Es gibt zwei Wege, dabei zu sein. Sie schließen sich nicht aus.
Als Nutzer
Einen Account auf strako.net anlegen und Dienste nutzen. Die Registrierung erfolgt auf Einladung — wer schon dabei ist, kann andere einladen.
Zur Registrierung → Als Mitglied
Mitglied im Verein werden, mitentscheiden, Schulung und Begleitung in Anspruch nehmen. Der Beitrag liegt bei fünf Euro im Monat.
Mitglied werden →
Einordnung
strako.net ist Teil eines größeren Vorhabens — straKo, einer Wirtschaft, in der die Strukturen denen gehören, die sie nutzen. Es gibt drei Domänen, die jeweils eine eigene Funktion haben.
strako.org ist der öffentliche Diskursraum. Hier wird über strategischen Konsum, digitale Souveränität und das Verhältnis von Wirtschaft und Gemeinschaft diskutiert.
strako.digital ist die Domain des Vereins straKo digital e.V. selbst. Hier präsentiert sich der Verein als Organisation.
strako.net ist der operative Teil — diese Plattform. Hier laufen die Dienste, hier sind die Nutzer.
Wo wir stehen
Was auf dieser Seite beschrieben ist, ist nicht alles bereits Wirklichkeit. Das Modell wird
Stück für Stück aufgebaut. Heute laufen Mail und Cloud, getragen vom Verein. Die UG, die
Wunschbox und die Bedarfsbörse, das feste Team — das sind die nächsten Stationen.
Im Entwicklungsplan steht, woran wann gearbeitet wird, was schon erreicht ist und was als
nächstes kommt. Wer mitmacht, weiß damit, worauf er sich einlässt.
Zum Entwicklungsplan →
Mehr wissen
Wer es genauer wissen will, findet alles in der Information — von den rechtlichen Strukturen
über die genauen Prozesse bis zu Detailfragen wie Querfinanzierung, Risikoreserve oder
Übergangsphasen.
Zur Information →