Finanzierung
strako.net wird direkt aus zwei Quellen finanziert: aus Nutzungsgebühren und aus Zuwendungen in den Fördertopf. Daneben steht eine dritte Quelle, der Mitgliedsbeitrag, der den straKo digital e.V. trägt — und damit indirekt auch strako.net, weil der Verein die Plattform begleitet, ihre Mitglieder schult und die demokratische Steuerung über die Mittel ermöglicht.
Jede der drei Quellen hat ihren eigenen Zweck, und keine ersetzt eine andere. Diese Seite erklärt, was hinter jeder Quelle steht — was sie leistet, woher sie kommt, was es bedeutet, sich zu beteiligen.
Die Mechanik der Geldströme — Trennung der Töpfe, Selbstfinanzierung der Dienste, Querfinanzierung, Risikoreserve — ist in Kapitel 6 der Information beschrieben. Diese Seite legt den Fokus auf das, was die drei Quellen aus Sicht derer bedeuten, die sich beteiligen.
Drei Quellen, drei Zwecke
Nutzungsgebühren tragen den laufenden Betrieb der Dienste. Zuwendungen in den Fördertopf finanzieren die Entwicklung neuer Dienste und Funktionen. Mitgliedsbeiträge tragen den Verein, der die Plattform begleitet — Schulung, Mitgliederbetreuung, die formale Vereinsarbeit.
Diese Trennung ist nicht Buchhalterei, sondern Voraussetzung dafür, dass das Modell funktioniert. Jede Quelle hat ihre eigene Logik, ihren eigenen Adressatenkreis, ihre eigene Entscheidung darüber, was mit dem Geld passiert. Sie laufen nebeneinander, ohne sich gegenseitig zu ersetzen oder zu speisen.
Mitgliedsbeitrag
Wer Mitglied im straKo digital e.V. wird, zahlt 5 € im Monat. Aus diesen Beiträgen trägt sich der Verein: die Vereinsorganisation, die Begleitung der Mitglieder, die Schulung, die formale Arbeit, die jeder eingetragene Verein leisten muss.
Mitgliedsbeiträge fließen ausschließlich in den Verein. Sie finanzieren weder den Betrieb der Dienste noch die Entwicklung neuer Dienste. Wer Mitglied wird, zahlt nicht für ein Produkt — sondern für die Mitarbeit an einer Struktur. Das Stimmrecht in der Mitgliederversammlung, die Mitsprache bei der Vergabe der Fördermittel, der Anspruch auf Begleitung und Schulung — das ist, wofür der Mitgliedsbeitrag steht.
Aus diesem Grund gibt es auch keinen Mitgliederrabatt auf die Dienste. Mitglieder zahlen für Mail oder Cloud denselben Preis wie Nicht-Mitglieder. Mitgliedschaft hat ihren Wert in Mitsprache, nicht in einem Preisvorteil.
Nutzungsgebühr
Wer einen Dienst nutzt, zahlt für seine Nutzung. Aus diesen Beiträgen trägt sich der Dienst selbst — Server, Storage, Lizenzen, Admin-Stunden, anteilige Gemeinkosten, ein moderates Polster für Reserven.
Jeder Dienst muss sich aus den Gebühren seiner Nutzer tragen. Zuwendungen fließen nicht in den Betrieb, Mitgliedsbeiträge auch nicht. Das ist eine harte Regel. Sie sorgt dafür, dass Dienste nur existieren, wenn sie von ihren Nutzern wirklich getragen werden — und nicht symbolisch am Leben gehalten, weil das Geld aus anderen Quellen quersubventioniert.
Wie sich der Preis pro Dienst zusammensetzt und wie mit Diensten umgegangen wird, die sich nicht tragen, ist in Kapitel 6 der Information beschrieben.
Zuwendung in den Fördertopf
Der Fördertopf finanziert die Entwicklung neuer Dienste und neuer Funktionen. Zuwendungen sind freiwillig. Sie gehen an den Verein. Was mit dem Geld geschieht, entscheiden die Mitglieder gemeinsam, in fortlaufender Priorisierung der anstehenden Projekte (Kapitel 9).
Eine Zuwendung in den Fördertopf ist keine Investition. Sie verschafft keine Anteile, keinen Anspruch auf spätere Erträge, kein Mitspracherecht — Mitsprache gibt es nur über die Vereinsmitgliedschaft, und sie ist an den Mitgliedsbeitrag gebunden, nicht an die Höhe einer Zuwendung. Eine Zuwendung ist auch keine Spende im steuerlichen Sinne. Der Verein ist nicht gemeinnützig und stellt keine Spendenquittungen aus.
Was eine Zuwendung dann ist: ein Beitrag zur Weiterentwicklung einer Plattform, die niemandem allein gehört. Wer in den Fördertopf einzahlt, ermöglicht, dass neue Dienste entstehen oder bestehende erweitert werden — Dienste, die anschließend allen offenstehen, die sie nutzen wollen, zu denselben Konditionen wie für jeden anderen.
Die typische Motivation, sich zu beteiligen, ist konkret und praktisch: Wer Mail oder Cloud auf strako.net nutzt, finanziert mit einer Zuwendung die Weiterentwicklung dessen, woraus er selbst lebt. Niemand kauft sich damit eine Sonderstellung — die entstehende Verbesserung gehört allen Nutzern. Aber niemand trägt umsonst bei: Was finanziert wird, kommt der eigenen Plattform zugute.
Wer auch mitentscheiden will, wofür der Fördertopf verwendet wird, kann Mitglied werden. Das ist der Weg von „ich trage finanziell bei" zu „ich gestalte mit". Beides ist möglich, beides ist getrennt — eine Zuwendung verlangt keine Mitgliedschaft, eine Mitgliedschaft verlangt keine Zuwendung.
Verein und UG
Der Fördertopf liegt beim Verein. Das gilt dauerhaft, auch wenn die strako.net UG gegründet ist. Zuwendungen gehen an den Verein, werden vom Verein verwaltet, und über ihre Verwendung entscheiden die Vereinsmitglieder.
Wenn ein Projekt freigegeben wird, fließt die nötige Summe vom Verein in die UG — als Kapitaleinlage, beschlossen von den Mitgliedern. Die UG setzt das Projekt um. Was dabei entsteht, gehört der UG, und die UG gehört dem Verein.
Geld kann auch in die andere Richtung fließen. Wenn die UG Reserven hat, die in einem anderen Projekt besser eingesetzt sind, können die Mitglieder eine Ausschüttung an den Verein beschließen. Das Geld liegt dann wieder im Fördertopf und steht für neue Projekte zur Verfügung.
Diese Beweglichkeit ist Absicht. Wo Geld liegt — im Verein oder in der UG — soll nicht durch eine Regel festgeschrieben sein, sondern durch die Lage entschieden werden, in der sich strako.net jeweils befindet. Welche Investitionen anstehen, welche Reserven nötig sind, welche neuen Vorhaben Geld brauchen — das wissen die Mitglieder am besten, und sie entscheiden in beide Richtungen.
Dass der Fördertopf dauerhaft beim Verein liegt, hat zwei Gründe. Er ist dort vor unternehmerischen Risiken der UG geschützt. Und die demokratische Steuerung wirkt direkt — jede Bewegung zwischen Verein und UG ist Folge eines Mitgliederbeschlusses, nicht einer geschäftsführenden Entscheidung.
Wo strako.net heute steht
Was diese Seite beschreibt, ist der Zielzustand. Wann welche Etappe erreicht ist — die Gründung der UG, die Inbetriebnahme von Wunschbox und Bedarfsbörse, die erste Projektfinanzierung —, zeigt der Entwicklungsplan.
Aktuell trägt der Verein alles. Mail und Cloud laufen im Vereinsbetrieb, die Trennung der drei Geldströme ist in dieser Phase buchhalterisch. Mit der Gründung der UG werden Betrieb und Entwicklung in die UG überführt. Ab da fließen die Geldströme rechtlich getrennt — Mitgliedsbeiträge an den Verein, Nutzungsgebühren an die UG, Zuwendungen weiterhin an den Verein.