Teil II — Wie ist strako.net aufgebaut?

Trägerschaft: Verein und UG

Hinter strako.net stehen zwei rechtlich getrennte Organisationen: der Verein straKo digital e.V. und die strako.net UG, die eine 100 %-Tochter des Vereins ist. Beide haben unterschiedliche Aufgaben, und ihre Trennung ist konstitutiv für das Modell.

straKo digital e.V.Verein · Eigentümer100 %strako.net UGTochtergesellschaftbetreibtMail · Cloud · weitere Dienste

Der Verein straKo digital e.V.

Der Verein ist eingetragen und ausdrücklich nicht gemeinnützig. Das ist eine bewusste Entscheidung. Gemeinnützigkeit hätte steuerliche Vorteile, käme aber mit Auflagen, die nicht zum Modell passen würden.

Insbesondere unterliegen gemeinnützige Vereine der Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung — sie müssen Spenden in der Regel innerhalb weniger Jahre für ihre satzungsmäßigen Zwecke ausgeben. Freie Rücklagen sind nur in engen Grenzen erlaubt. Genau das passt nicht zum Fördertopf, der Mittel über längere Zeiträume ansammeln muss, bis genug Geld für eine Gründung oder größere Entwicklungen zusammen ist.

Die Mitarbeit im Verein ist nicht ehrenamtlich. Wer Verantwortung trägt, soll dafür entlohnt werden. Solange die Mitgliedsbeiträge das nicht tragen können, geschieht es notwendigerweise teilweise unbezahlt — aber das Ziel ist, alle Vereinsarbeit angemessen zu vergüten, sobald die finanzielle Basis das erlaubt.

Mehr zum Verein selbst — Vorstand, Mitgliederversammlung, Satzung, wie man Mitglied wird — findet sich auf strako.digital.

Die strako.net UG

Die UG ist die kommerzielle Hülle, in der alle Dienste auf strako.net entwickelt und betrieben werden. Sie erfüllt zwei Funktionen, die durch eine einzige UG abgedeckt werden.

Sie trennt kommerzielles und ideelles Handeln. Der Verein bleibt ideeller Träger und kann frei seinen Zweck verfolgen. Die UG nimmt das kommerzielle Handeln auf — Verträge mit Nutzern, Bezahlung der Mitarbeiter, Steuern auf Einnahmen. Diese Trennung ist auch rechtlich nötig: Ein Verein darf wirtschaftlich nur in begrenztem Umfang tätig werden, sonst verliert er seinen Vereinsstatus.

Sie beschränkt die Haftung. Die UG haftet beschränkt nach außen — wenn etwas schiefgeht, ist der Verein und damit auch die Mitglieder geschützt. Ohne diese Trennung würden bei einem Schadensfall Vereinsvermögen oder im schlimmsten Fall einzelne Mitglieder einstehen müssen.

Eine UG für alles, nicht eine pro Dienst

Auf strako.net laufen mehrere Dienste in einer einzigen UG. Diese Entscheidung ist bewusst und kommt mit klaren Konsequenzen.

Eine eigene UG pro Dienst wäre theoretisch sauberer — jeder Dienst trüge sich ohne Querfinanzierung selbst, jeder hätte seine eigene Haftungsgrenze. In der Praxis ist es aber nicht finanzierbar. Eine UG braucht eine Geschäftsführung, Buchhaltung, einen Jahresabschluss. Diese Kosten belaufen sich bei einer voll ausgebauten, professionell geführten UG auf rund 40.000 Euro pro Jahr. Eine schlanke UG mit Teilzeit-Geschäftsführung kommt deutlich darunter aus — aber selbst die Grundkosten einer eigenen UG könnte ein kleiner Dienst allein nicht tragen.

In der Anfangsphase wird die strako.net UG entsprechend schlank geführt: Geschäftsführung in Teilzeit, Buchhaltung im notwendigen Umfang, keine Vollausstattung. Mit wachsender Zahl der Dienste und steigenden Einnahmen wachsen auch der Aufwand und die Verwaltung mit.

Die Konsequenz: Mehrere Dienste teilen sich eine UG, teilen sich die Geschäftsführung, teilen sich die Verwaltung. Das macht kleine Nischendienste überhaupt erst möglich. Es bedeutet aber auch, dass nicht alle Kosten sich sauber einem einzelnen Dienst zuordnen lassen — siehe Kapitel 6.

Die Schwelle zur eigenen UG

Wenn ein Dienst groß genug wird, dass er eine eigene UG tragen kann, ist eine Ausgliederung möglich. Diese optionale Eigenständigkeit ist in Kapitel 10 beschrieben.

Ein festes Team

Die Dienste der strako.net UG werden von einem festen Team aus Entwicklern und Admins entwickelt und betrieben. „Fest" meint hier nicht eine bestimmte rechtliche Form der Beschäftigung, sondern Verlässlichkeit in der Sache: ein eingespieltes Team, das die Dienste kennt und dauerhaft trägt. Die Nutzer sollen sich darauf verlassen können, dass ihre Dienste nicht von der Verfügbarkeit zufällig wechselnder Mitarbeiter abhängen.

In welcher rechtlichen Form das Team arbeitet — frei, angestellt oder gemischt — hängt vom Umfang der Tätigkeit und der finanziellen Basis der UG ab und kann sich im Lauf der Zeit ändern.

Strikte Trennung Verein / UG

Die UG ist ausschließlich für strako.net-Dienste zuständig. Sie betreibt nicht das Forum auf strako.org und nicht die Webseite strako.digital — beides bleibt Vereinsarbeit. Verträge zwischen Verein und UG müssen marktüblich sein; eine Vermischung würde steuerliche Probleme verursachen, weil ein Verein einer Tochter keine ungebührlichen Vorteile gewähren darf.

Mail und Cloud — bestehende Dienste

Mail (auf Basis von Mailcow) und Cloud (auf Basis von Nextcloud) existieren bereits — vor der UG-Gründung. Sie wurden vom Verein aufgebaut, weil er sie für die eigene Arbeit braucht. Sobald die UG steht, gehen diese Dienste in den UG-Betrieb über. Der Verein bleibt einer der Nutzer und zahlt seinen Anteil wie alle anderen — die Trennung Verein / UG bleibt sauber, weil der Verein keine Sonderkonditionen bekommt.