Teil III — Wie funktioniert strako.net?

Die Wunschbox

Die Wunschbox ist der Eingang zum Verfahren. Sie ist der offene, niedrigschwellige Sammelplatz, an dem sichtbar wird, was Menschen sich wünschen — und damit der Anfang von allem, was auf strako.net entsteht.

Was die Wunschbox ist

Die Wunschbox ist ein offener, fortlaufender Sammelplatz für Wünsche. Jeder kann einen Wunsch einbringen — und zwar ohne Login, ohne Anmeldung, ohne Account. Andere können einem Wunsch ein „Will ich auch" geben, ähnliche Wünsche hinzufügen, einen Wunsch kommentieren oder hinterfragen. So entsteht ein Bild davon, was sich Menschen wünschen, von wem, in welcher Form.

Der niedrigschwellige Zugang ist bewusst gewählt. Wer einen Wunsch hat, soll ihn ohne Hürde äußern können. Eine Login-Pflicht würde an dieser Stelle filtern, ohne der Sache zu dienen: Wir wollen ja gerade hören, was Menschen brauchen würden — auch von solchen, die noch keine Nutzer der Plattform sind. Bot- und Spamschutz erfolgt nicht über Anmeldepflichten, sondern über technische und kuratierende Maßnahmen im Hintergrund.

Die Wunschbox läuft direkt auf strako.net. Sie ist Teil der Plattform, nicht des Forums auf strako.org. Diese Trennung hat einen Grund: Das Forum ist ein Diskursraum für allgemeine Themen — strategischer Konsum, digitale Souveränität, gesellschaftliche Fragen. Die Wunschbox hingegen ist ein Werkzeug innerhalb des operativen Verfahrens. Wer einen Wunsch einbringt, will ihn nicht diskutieren wie eine politische These, sondern im Verfahren weiterführen lassen. Die Trennung erleichtert beides — Diskurs und Operation.

Wünsche haben keinen Status

Wünsche in der Wunschbox werden nicht „bearbeitet" oder „umgesetzt". Sie haben keinen Bearbeitungsstatus, keine Zuständigkeit, keine Erledigt-Marke. Sie sind dazu da, sichtbar zu machen, was sich Menschen wünschen — als Grundlage für das, was daraus später werden kann. Diese Reduktion ist beabsichtigt: Ein Statusfeld würde suggerieren, dass jeder Wunsch in eine Pipeline einläuft. Das ist nicht so. Manche Wünsche reifen, finden Resonanz und werden zu Projekten. Andere schlafen ein. Beides ist Teil der Dynamik.

Was ein Wunsch sein kann

Ein Wunsch in der Wunschbox kann zwei verschiedene Dinge bedeuten.

Erstens kann er ein noch nicht existierender Dienst sein. Wer einen ganz neuen Dienst auf strako.net wünscht, beschreibt das hier. Beispiele könnten sein: ein Fotodienst, ein Veranstaltungskalender, eine Streamingplattform.

Zweitens kann ein Wunsch ein neues Feature in einem bestehenden Dienst sein. Wer findet, dass dem Mail-Dienst eine bestimmte Funktion fehlt, beschreibt das hier. So kommt nicht nur Wachstum durch neue Dienste zustande, sondern auch Weiterentwicklung in bestehenden.

Beide Arten werden in derselben Wunschbox behandelt, weil sie demselben Verfahren folgen.

Wie aus einem Wunsch ein Projekt wird

Wünsche, die genug Resonanz finden, werden vom Entwicklerteam aufgegriffen und zu einem Projekt geformt. Ein Projekt ist der vollständige Lebenszyklus eines Dienstes oder einer Erweiterung — von der Planung über die Entwicklung bis in den produktiven Betrieb. Was genau ein Projekt ausmacht und wie es verläuft, beschreibt Kapitel 8.

Ein Projekt zu formulieren ist Arbeit — fachliche, kalkulatorische, dokumentarische — und gehört zur bezahlten Tätigkeit der Entwickler. Mitglieder und Nutzer, die nicht im Entwicklerteam arbeiten, formulieren keine Projekte selbst. Sie bringen Wünsche ein und entscheiden später über die Projekte, die daraus geformt werden. Dieses Modell ist bewusst gewählt: Es geht bei strako.net nicht um Selbstverwirklichung einzelner, sondern um Versorgung der Gemeinschaft mit dem, was sie braucht.

Nicht jeder Wunsch wird zwangsläufig zu einem Projekt. Manche Wünsche finden keine ausreichende Resonanz und schlafen ein. Andere sind nicht realistisch umsetzbar — etwa weil sie technisch zu aufwendig sind. Wieder andere überschneiden sich mit bestehenden Lösungen und werden in laufende Dienste integriert.